Big Tech den Stecker ziehen: Warum wir jetzt gegen die digitale Ausbeutung kämpfen müssen

Szenarien, die gar nicht mehr so weit in der Zukunft liegen: Ihre Wohnung wird zur Airbnb-Ferienwohnung, Ihr Job von einem Algorithmus übernommen, und am Bahnhof werden Sie von einer KI als „verdächtig“ markiert – nur weil Ihre Hautfarbe nicht ins Raster passt. Willkommen in der Welt von Google, Amazon und Co., wo Fortschritt oft nur ein anderes Wort für Ausbeutung, Überwachung und Verdrängung ist. Doch was, wenn wir uns wehren?

Genau das ist die Frage, die die erste Cables of Resistance“-Konferenz vom 10. bis 12. April in Berlin stellt. Hier kommen Klimaaktivist*innen, Gewerkschafter*innen, Feminist*innen und Antifaschist*innen zusammen, um eines klarzumachen: Die Macht der Tech-Konzerne ist kein Naturgesetz – sie ist gemacht, und sie kann gebrochen werden.

Warum jetzt? Warum Berlin?

Berlin ist nicht zufällig der Austragungsort. Die Stadt hat sich längst zum Europäischen Zentrum des Anti-Tech-Protests entwickelt: 2018 wurde hier der „Google Campus“ in Kreuzberg verhindert, gegen Tesla in Grünheide gab es Waldbesetzungen und Sabotage, und bei TikTok gelang es Gewerkschafter*innen erstmals, einen Streik in einem Tech-Unternehmen zu organisieren. „Die Tech-Konzerne verkaufen uns ihre Produkte als unausweichlichen Fortschritt“, sagt Mitorganisator Jan Winter. „Doch in Wahrheit ist es nur der alte Kapitalismus in neuem Sci-Fi-Gewand.“

Die Konferenz zeigt: Digitalisierung ist kein neutraler Prozess. Sie frisst Ressourcen – Rechenzentren in Brandenburg verdoppeln den Strombedarf der Region, während anderswo der Ökostrom fehlt. Sie verlagert Arbeit – KI-Systeme werden von schlecht bezahlten Klickarbeiter*innen im Globalen Süden trainiert. Und sie verändert Städte – „Tech-Urbanismus“ heißt das Phänomen, bei dem Konzerne wie Amazon ganze Viertel gentrifizieren, Mieten explodieren lassen und die Stadt für ihre Angestellten umbauen – auf Kosten aller anderen.

Widerstand ist möglich – aber wie?

„Cables of Resistance“ ist mehr als eine Konferenz. Es ist ein Aufruf zur Vernetzung. Wie können wir Rechenzentren blockieren? Wie lassen sich Plattformen wie Immoscout vergesellschaften? Wie organisieren wir Hardware-Produktion ohne Ausbeutung? Die Antworten sind so vielfältig wie die Bewegungen selbst: von Gewerkschaftskämpfen in Tech-Firmen über klimagerechte Alternativen bis hin zu stadtpolitischem Widerstand gegen die Macht der Konzerne.

Doch der Kampf ist dringend. Denn während wir diskutieren, bauen die Tech-Riesen ihre Macht weiter aus – mit KI, die Energie verschlingt, mit Algorithmen, die Diskriminierung automatisieren, und mit Geschäftsmodellen, die Demokratie und Privatsphäre aushöhlen. „Es geht nicht darum, die Technik abzuschaffen“, sagt Rike Freitag, „sondern darum, sie zurückzuerobern – für uns alle.“

Der Artikel „Widerstand gegen Tech-Konzerne“ zeigt, wie dieser Kampf aussieht – und warum er jetzt beginnt. Die Frage ist nicht, ob wir gegen Big Tech kämpfen können. Sondern: Was passiert, wenn wir es nicht tun?

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